„Die imposanten Gebirgsketten der Aravis und des Bargy bilden die Ränder einer Synklinale*, einer ausgedehnten, nach innen gewölbten Falte aus Sedimentgestein. Sie entstanden in einem urzeitlichen Meer unter warmem Klima vor etwa 200 bis 35 Millionen Jahren. Unter den verschiedenen Gesteinsschichten stechen die sehr reinen urgonischen* Kalksteine hervor, die die wichtigsten Gipfel krönen, das Gerüst der Reliefs bilden und die Landschaft erhellen (Pointe Percée, Charvet, Jallouvre, Buclon, Roc des Tours…).
Doch das geologische Erbe von Le Grand-Bornand wird durch eine faszinierende Formation ergänzt.
In den ersten Phasen der Alpenbildung kam es zu gigantischen tangentialen Hebungen in Richtung Nordwesten. Allochthone* Gesteinsmassen, die ursprünglich im weit östlicher gelegenen Alpensee abgelagert worden waren, wurden bis hierher transportiert und bedecken nun ungewöhnlicherweise die autochthonen Sedimentgesteine.
Anschließend haben die Hebung des Mont-Blanc und die endgültige Faltung der Bornes-Aravis in Verbindung mit der Erosion diese Gesteinsmassen von ihren Ursprüngen isoliert; man spricht dann von einer Klippe*.
Die hauptsächlich aus mergelhaltigem (tonreichem) Kalkstein bestehende Klippe des Annes (Aufferand, Lachat) bildet relativ sanfte Reliefs, die einen Kontrast zu den steilen Graten der Aravis und des Bargy bilden; diese Reliefs eignen sich gut für die Weidewirtschaft und den Skisport.
Auf dieser besonderen geologischen Beschaffenheit beruht die bemerkenswerte landschaftliche Harmonie von Le Grand-Bornand.“
Patrick Gardet, Geograf